{"id":341,"date":"2019-04-01T07:21:50","date_gmt":"2019-04-01T07:21:50","guid":{"rendered":"https:\/\/spezialtaucher.de\/?p=341"},"modified":"2019-04-01T09:15:02","modified_gmt":"2019-04-01T09:15:02","slug":"munitionsbergungstaucher-im-wallgraben-in-ziegenhain-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/spezialtaucher.de\/?p=341","title":{"rendered":"Munitionsbergungstaucher im Wallgraben in Ziegenhain (Deutschland)"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-341\"  class=\"panel-layout\" >\n<div id=\"pg-341-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" >\n<div id=\"pgc-341-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\"  data-weight=\"1\" >\n<div id=\"panel-341-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_text panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" data-style=\"{&quot;background_image_attachment&quot;:false,&quot;background_display&quot;:&quot;tile&quot;}\" >\n<h3 class=\"widget-title\">Munitionsbergungstaucher gehen dem Wallgraben in Ziegenhain auf den Grund Tauchen in der Geschichte<\/h3>\n<div class=\"textwidget\">\n<p>(28.04.2009)<\/p>\n<p>Schwalmstadt. Eigentlich k\u00f6nnte der Arbeitsplatz von Thomas Borchert, Stephan Heckert und Bernd Kletterni\u00df idyllischer nicht sein. Das Trio von der Firma Schollenberger Kampfmittelbeseitigung aus Celle schippert auf einer Art Flo\u00df, ist immer an der frischen Luft und erlebt st\u00e4ndig was Neues. Doch was sie in Ziegenhain zu tun haben, ist anstrengend und mitunter gef\u00e4hrlich: Die drei suchen seit Anfang April im Gro\u00dfen und Kleinen Wallgraben nach Resten aus dem Zweiten Weltkrieg, wie Munition und Minen.<\/p>\n<p>Bereits vor zwei Wochen war dabei in Ufern\u00e4he, in unmittelbarer N\u00e4he zum Gef\u00e4ngnis, eine noch scharfe Panzermine gefunden worden. Experten hatten die Mine noch am Fundort gesprengt, weil ein Transport zu gef\u00e4hrlich war (wir berichteten).<\/p>\n<p>Mit Messsonden hatten die Kampfmittelexperten erstmals bereits vor drei Jahren die Stellen in den historischen Gr\u00e4ben herausgefunden, an denen im Wasser besonders dichte Metallansammlungen zu finden sind. Daraus entstand Kartenmaterial, mit dem mittels satellitengest\u00fctzter Technik jede Position genau aufzufinden ist. &#8220;Das passt bis auf zehn Zentimeter genau&#8221;, erkl\u00e4rt Thomas Borchert, der wie sein Kollege Munitionsbergungstaucher und Feuerwerker ist. Von 7 Uhr morgens bis 18 Uhr arbeiten sich die beiden derzeit in schwerem Taucheranzug durch das Wasser und den Schlamm des Kleinen Wallgrabens. \u00dcber 50 Kilo wiegt die Taucherausr\u00fcstung samt Sauerstofflaschen und Helm.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen h\u00e4lt Signalmann und Maschinist Bernd Kletterni\u00df per Tauchertelefon Kontakt zu den Kollegen unter Wasser. Immer abwechselnd, in Schichten bis zu drei Stunden, suchen die Taucher tastend mit den H\u00e4nden nach Metall. Denn sehen k\u00f6nnen sie unter Wasser nichts. Um sich durch Schlamm und den enormen Seerosenwuchs einen Weg zu den errechneten Fundorten zu bahnen, tragen die Taucher ein armdickes Schlauchrohr mit sich. Dessen Wasserstrahl bl\u00e4st quasi den Weg frei.<\/p>\n<p>Metall: Das kann ein altes Bettgestell oder ein Fahrrad sein, aber auch Munition, Granaten oder ein alter Panzerfaustkopf. Eine solche zog Stephan Heckert am Montag aus dem Wasser.<\/p>\n<p>Weil er ertasten konnte, dass der Z\u00fcnder fehlte, war der Kopf der Panzerfaust problemlos zu bergen. Nach Jahrzehnten immer noch mit 2,5 Kilo Sprengstoff gef\u00fchlt, wird der Fund in einem Bunker zwischengelagert und sp\u00e4ter von Profis auf sicherem Gel\u00e4nde gesprengt.<\/p>\n<p>Zehn mehrere Quadratmeter gro\u00dfe Fl\u00e4chen, sogenannte Betestungsfelder, werden die Kampfmittelexperten noch bis voraussichtlich Ende Mai untersuchen. Zwar hatten die Kampfmittelr\u00e4umer in ganz Deutschland schon Auftr\u00e4ge, die spektakul\u00e4rer waren. Aber der Wallgraben sei schon etwas Besonderes, meinen die M\u00e4nner. Thomas Borchert: &#8220;Dieses Gew\u00e4sser hat eine interessante Geschichte.&#8221;<\/p>\n<p>Ein Erbe des Krieges<\/p>\n<p>Bei der Suche nach Kampfmitteln im Wallgraben sind neben den Resultaten der Messfahrten historische Nachforschungen in die Planung mit eingeflossen, erkl\u00e4rt Dr. Reiner Braun. Der Geologe erkundet im Auftrag des Landes Hessen das historische Gew\u00e4sser und leitet die Sanierung. Gerhard Gossens vom Kampfmittelr\u00e4umdienst Hessen hatte best\u00e4tigt, dass Ziegenhain im Zweiten Weltkrieg von Bombardements verschont blieb. Hinweisen und Augenzeugen-Berichten aus der Ziegenhainer Bev\u00f6lkerung zufolge landete vor mehr als 60 Jahren dennoch einiges Milit\u00e4rmaterial im Wallgraben: Deutsche Soldaten auf dem R\u00fcckzug und sp\u00e4ter amerikanische Truppen entsorgten dort Munition und Granaten, wo sie mit ihren Lastwagen dicht am Gew\u00e4sser vorbeifahren konnten.<\/p>\n<p>So wurde viele Jahre sp\u00e4ter auch mit Hausm\u00fcll wie Waschtrommeln und Fahrr\u00e4dern verfahren. Vorrangig r\u00e4umen die Kampfmittelexperten derzeit die Uferbereiche. (jk\u00f6)<\/p>\n<p>Von: J\u00fcrgen K\u00f6cher, HNA online, 29.04.2009<\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Munitionsbergungstaucher gehen dem Wallgraben in Ziegenhain auf den Grund Tauchen in der Geschichte (28.04.2009) Schwalmstadt. 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