{"id":336,"date":"2019-04-01T06:52:53","date_gmt":"2019-04-01T06:52:53","guid":{"rendered":"https:\/\/spezialtaucher.de\/?p=336"},"modified":"2019-04-01T06:52:53","modified_gmt":"2019-04-01T06:52:53","slug":"berufstaucher-thomas-borchert-sucht-bomben-unter-wasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/spezialtaucher.de\/?p=336","title":{"rendered":"Berufstaucher Thomas Borchert sucht Bomben unter Wasser"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-336\"  class=\"panel-layout\" >\n<div id=\"pg-336-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" >\n<div id=\"pgc-336-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\"  data-weight=\"1\" >\n<div id=\"panel-336-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_text panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" data-style=\"{&quot;background_image_attachment&quot;:false,&quot;background_display&quot;:&quot;tile&quot;}\" >\n<div class=\"textwidget\">\n<p>Thomas Borchert arbeitet seit rund einem Vierteljahrhundert als Berufstaucher. Seine Spezialgebiete sind das Suchen, Bergen und die Beseitigung von Kampfmitteln.<br \/>\nDer Taucher sitzt im Rostocker Hafen fest. Der 46-J\u00e4hrige wartet darauf, dass sich der Wellengang auf der Ostsee beruhigt. \u201eBei zwei Meter Welle k\u00f6nnen wir nicht rausfahren und tauchen\u201c, sagt Thomas Borchert w\u00e4hrend der Zwangspause. \u201eAber, hey, Berufstaucher, das ist ein Knochenjob. Da ist es gar nicht schlecht, zwischendurch mal etwas Kraft zu tanken.\u201c<\/p>\n<p>Berufstaucher ohne Kampfmittelerfahrung gibt es eine ganze Menge in Deutschland. Thomas Borchert hat sich daher spezialisiert: Sein Fachgebiet ist es, unter Wasser Kampfmittel jeglicher Art zu suchen und zu bergen, gegebenenfalls zu vernichten oder zu entsch\u00e4rfen. Bomben, Munition \u2013 alles, was knallt. Etliche Fortbildungen und Lehrg\u00e4nge hat er besucht, hat B\u00fccher gelesen und sich auf jede erdenkliche Art weitergebildet. \u201eIn diesem Job kann man keine Spinner gebrauchen\u201c, sagt er. \u201eWenn Du einen Fehler machst, dann machst Du ihn nur einmal.\u201c<\/p>\n<p><strong>Einsatz auf der Ostsee<\/strong><br \/>\nDerzeit ist Borchert auf der Ostsee im Einsatz. Um 2.30 Uhr am Morgen verl\u00e4sst sein Schiff den Hafen, gegen 5 Uhr erreicht es den Einsatzort. Windr\u00e4der sollen an der Stelle im Meer aufgebaut werden. Experten haben vorab gepr\u00fcft, ob sich in diesem Bereich m\u00f6glicherweise explosive \u00dcberreste aus den Kriegen befinden k\u00f6nnten. An verd\u00e4chtigen Stellen steigen der Munitionsberger und seine Taucher-Kollegen mit Metalldetektoren ins Wasser, um in sieben Metern Tiefe den Boden abzusuchen. Das Ger\u00e4t ersp\u00fcrt Metalle, die bis zu sechs Meter unter dem Meeresgrund verborgen liegen. Jeder Tauchgang dauert etwa dreieinhalb Stunden.<\/p>\n<p>Explosiver Fund: Thomas Borchert nach einem Tauchgang.<br \/>\nZeigt das Ger\u00e4t einen Fund an, wird Borchert absolut ruhig und hochkonzentriert. Hektik ist gef\u00e4hrlich. \u201eMeine Erfahrung zahlt sich aus \u2013 und ich bin ein sehr vorsichtiger Mensch.\u201c Langsam n\u00e4hert er sich seitlich dem Metall-Fundst\u00fcck, achtsam sp\u00fclt er es frei. Bei seiner Arbeit achtet er auf alle Details. Hat er dabei Angst? \u201eNein, bei Kampfmitteln bin ich Profi.\u201c<\/p>\n<p><strong>Froschmann mit Leib und Seele<\/strong><br \/>\nSeit 1992 ist Borchert in der Branche unterwegs. 16 Jahre lang hat er f\u00fcr eine gro\u00dfe Kampfmittelbergungs-Firma gearbeitet, dann hat sich der Mann aus Frankfurt an der Oder selbstst\u00e4ndig gemacht. \u201eEs war an der Zeit, etwas Neues zu beginnen\u201c, sagt er. Und dass dieser Job etwas mit Tauchen zu tun haben sollte, war f\u00fcr ihn selbstverst\u00e4ndlich. \u201eIch bin mit Leib und Seele Froschmann. Ein Leben ohne Tauchen kann ich mir gar nicht vorstellen.\u201c<br \/>\nSo kommt es, dass Borchert auch in der Freizeit hin und wieder abtaucht. Ganz privat, ohne irgendwelche Auftr\u00e4ge. Fr\u00fcher hatte er auch als Tauchlehrer den Nachwuchs ausgebildet, doch daf\u00fcr fehlt ihm inzwischen die Zeit. \u201eWenn ich zwischen meinen oft wochenlangen Eins\u00e4tzen nach Hause komme, m\u00f6chte ich die Zeit dann mit meiner Familie verbringen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Munition im Burggraben<\/strong><\/p>\n<p>Spezialtaucher Thomas Borchert.<br \/>\nAn seinem Beruf mag der Spezialist, dass er st\u00e4ndig Abwechslung bietet. \u201eJeder Tauchgang ist anders\u201c, sagt er. \u201eKeiner gleicht dem anderen.\u201c Ein Auftrag, der ihm besonders in Erinnerung geblieben ist, f\u00fchrte ihn nach S\u00fcddeutschland: In einem Burggraben wurde Munition vermutet. Also stieg der Taucher mit schwerem Ger\u00e4t in die braune Br\u00fche. Die Sicht lag bei Null, er konnte sich nur vorantasten \u2013 systematisch, langsam, ordentlich. Er fand amerikanische Handgranaten, originalverpackt und gesichert. Bei der Bergung gab es pl\u00f6tzlich einen Knall!<\/p>\n<p>Die Granaten sind nicht explodiert \u2013 wohl aber ein Z\u00fcnder. Mit den Jahren ist offenbar das Material schwach geworden. \u201eEs ist nichts passiert, aber solche Momente brennen sich ein\u201c, blickt er zur\u00fcck. \u201eMan kann vorab nicht alles berechnen und man kann sich nicht gegen alles sch\u00fctzen.\u201c<br \/>\nEin gewisses Risiko ist bei jedem Tauchgang dabei. (tap)<\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Thomas Borchert arbeitet seit rund einem Vierteljahrhundert als Berufstaucher. Seine Spezialgebiete sind das Suchen, Bergen und die Beseitigung von Kampfmitteln. 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